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BILDREIHE · KACHEL 10

Entwicklungsaufgaben & Lebensphasen

Entwicklung verstehen. Passend begleiten.

Entwicklungsaufgaben entstehen im Zusammenspiel von körperlichen Veränderungen, sozialen Erwartungen und eigenen Wünschen. Diese Reihe hilft, sie im Alltag zu verstehen und passende nächste Schritte zu finden. Sie führt vom Babyalter über Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter und nimmt auch die Aufgaben der Eltern auf. Die bereitgestellten Übersichten von Kitty Cassée bilden die Grundlage für die Kinder-, Jugend-, frühen Erwachsenen- und Elternaufgaben. Spätere Lebensphasen und die Arbeitsimpulse ergänze ich als eigenständige PraxisWerkStatt-Ausarbeitung. Altersangaben dienen der Orientierung und sind keine Fristen oder Diagnosen. Frühere Schwierigkeiten können bei neuen Herausforderungen wieder bedeutsam werden, bestimmen den weiteren Weg aber nicht zwangsläufig. Verlässliche Beziehungen, Lerngelegenheiten und passende Unterstützung können Entwicklung ermöglichen. Jede Karte verbindet eine verständliche Einordnung mit einer Frage für das Gespräch; Praxisbeispiele und Übungen findest du auch direkt darunter. Wähle ein aktuelles Thema und vereinbare gemeinsam einen kleinen, überprüfbaren Schritt.

72 Karten: 42 Aufgaben aus Cassées Übersicht, 18 gebündelte Elternkarten, acht Ergänzungen für spätere Lebensphasen und vier Anwendungskarten. Quellen und Bearbeitung nachvollziehen.

Titelansicht des Praxishefts Entwicklungsaufgaben und Lebensphasen
PRAXISHEFT · 84 SEITEN

Vom Bildimpuls zum nächsten Schritt

Zu allen 72 Karten: ein Alltagsbeispiel, passende Begleitung, ein konkreter Arbeitsimpuls und eine Reflexionsfrage. Dazu kommen eine Einführung, die Zuordnung der Elternaufgaben, drei Arbeitsvorlagen und nachvollziehbare Quellenhinweise.

Das vollständige Praxisheft und das Kartenset als PDF stelle ich auf Anfrage bereit.

72 von 72 Karten

01 / 72 · Babyalter

Sicherheit im Rhythmus finden

Woran erkennst du: Jetzt wird es zu viel?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Hunger, Schlaf, Nähe und Anregung müssen sich erst aufeinander einspielen. Erwachsene helfen dem Baby, Belastung zu regulieren.

Aus dem Alltag

Nach einem Besuch weint das Baby und wendet den Blick ab.

Passend begleiten

Reize reduzieren, ruhig sprechen und auf individuelle Signale reagieren. Versorgung und Körperkontakt passend anbieten.

Ausprobieren

Beobachte eine Alltagssituation: Welche Signale kommen vor der Unruhe? Verändere eine Bedingung und beobachte erneut.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

02 / 72 · Babyalter

Den eigenen Körper entdecken

Welche Bewegung gelingt bereits aus eigener Initiative?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Greifen, Drehen und Fortbewegen entwickeln sich durch Reifung und eigene Bewegungserfahrungen.

Aus dem Alltag

Ein Baby versucht, ein nahes Spielzeug zu erreichen.

Passend begleiten

Freien, sicheren Bewegungsraum anbieten. Bewegungen nicht erzwingen und Entwicklung nicht mit einem Wettbewerb verwechseln.

Ausprobieren

Lege einen gut greifbaren Gegenstand erreichbar bereit. Warte ab, welchen eigenen Versuch das Baby zeigt.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

03 / 72 · Babyalter

Kontakt gemeinsam gestalten

Wie zeigt das Baby Interesse oder eine Pause?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Blicke, Laute, Mimik und Pausen bilden erste wechselseitige Verständigung.

Aus dem Alltag

Das Baby lächelt, macht einen Laut und schaut dann weg.

Passend begleiten

Signale beantworten, Zeit zum Reagieren lassen und Wegschauen als mögliche Pause achten.

Ausprobieren

Antworte auf einen Laut und warte. Beobachte, ob das Baby die Begegnung fortsetzen möchte.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

04 / 72 · Babyalter

Verlässliche Nähe erleben

Wer vermittelt in dieser Situation Sicherheit?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Bindung entsteht in wiederholten Erfahrungen mit vertrauten, verfügbaren Bezugspersonen.

Aus dem Alltag

Bei einer ungewohnten Person sucht das Baby die vertraute Begleitung.

Passend begleiten

Verlässlich reagieren, Übergänge begleiten und Nähe nicht als Verwöhnen abwerten.

Ausprobieren

Vereinbare für eine Betreuungssituation ein ruhiges, wiederkehrendes Ankommensritual.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

05 / 72 · Babyalter

Gefühle bekommen eine Antwort

Welche Antwort passt zum beobachteten Signal?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Frühe Gefühlsäusserungen helfen der Umgebung, Befinden und Bedürfnisse wahrzunehmen.

Aus dem Alltag

Das Baby freut sich beim Wiedersehen und erschrickt bei einem lauten Geräusch.

Passend begleiten

Freude teilen, Belastung ernst nehmen und passende Beruhigung anbieten. Gefühle nicht bewerten.

Ausprobieren

Beschreibe ein Signal ohne Deutung: Was siehst oder hörst du? Welche Antwort scheint hilfreich?

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

06 / 72 · Babyalter

Auch weg bleibt noch da

Welche kleine Veränderung macht das Suchen möglich?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Das Verständnis wächst, dass Dinge und Menschen weiterbestehen, wenn sie gerade nicht sichtbar sind.

Aus dem Alltag

Ein Spielzeug verschwindet teilweise unter einem Tuch.

Passend begleiten

Kurze, spielerische Suchsituationen anbieten und Trennungen behutsam begleiten. Kein starres Monatsziel setzen.

Ausprobieren

Verstecke einen vertrauten Gegenstand zunächst nur teilweise. Lass das Baby selbst suchen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

07 / 72 · Babyalter

Mit den Sinnen ordnen

Was scheint ähnlich, was neu zu sein?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Durch wiederholtes Handeln entstehen erste Unterscheidungen und Erwartungen.

Aus dem Alltag

Das Baby greift nach verschiedenen sicheren Gegenständen und erkundet sie.

Passend begleiten

Wenige geeignete Materialien bereitstellen. Verschluckbare Teile und ungeeignete Gegenstände fernhalten.

Ausprobieren

Biete zwei sichere Gegenstände mit unterschiedlicher Oberfläche an. Beobachte die verschiedenen Handlungen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 283. Quellenhinweis

08 / 72 · Kleinkindalter

Bewegungen werden gezielter

Welche Teilbewegung kann das Kind schon?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Grobe und feine Bewegungen differenzieren sich im Alltag. Jedes Kind bringt ein eigenes Tempo mit.

Aus dem Alltag

Ein Kind versucht, Wasser in einen Becher zu giessen.

Passend begleiten

Überschaubare Materialien, Zeit und wiederholbare Versuche anbieten. Kleine Fortschritte konkret benennen.

Ausprobieren

Stelle einen kleinen Krug und eine Unterlage bereit. Lass das Kind den nächsten Versuch selbst planen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 284. Quellenhinweis

09 / 72 · Kleinkindalter

Körpersignale wahrnehmen

Was erleichtert dem Kind das Wahrnehmen und Handeln?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Toilettenlernen verbindet körperliche Reifung, Wahrnehmung und passende Begleitung.

Aus dem Alltag

Ein Kind merkt erst nach dem Spielen, dass die Hose nass ist.

Passend begleiten

Ruhig unterstützen, Signale beachten und ohne Beschämung reagieren. Keine feste Altersfrist ableiten.

Ausprobieren

Vereinbare eine praktische Hilfe, etwa leicht zu öffnende Kleidung und einen gut erreichbaren Toilettenplatz.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 284. Quellenhinweis

10 / 72 · Kleinkindalter

Sich verständlich machen

Wie kann sich das Kind bereits verständigen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Sprache eröffnet neue Wege, Wünsche auszudrücken und Erlebnisse zu teilen.

Aus dem Alltag

Ein Kind zeigt auf den Becher und sucht nach einem Wort.

Passend begleiten

Handlungen sprachlich begleiten, ausreden lassen und Gesten oder andere Kommunikationshilfen einbeziehen.

Ausprobieren

Greife eine Äusserung auf und erweitere sie um einen einfachen Satz. Warte auf die Antwort.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 284. Quellenhinweis

11 / 72 · Kleinkindalter

Beziehungen erweitern

Welche Brücke erleichtert das Ankommen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Neben vertrauten Bezugspersonen gewinnen weitere Menschen und Kinder an Bedeutung.

Aus dem Alltag

Beim Eintritt in eine Spielgruppe bleibt das Kind zunächst nahe bei der Begleitung.

Passend begleiten

Übergänge verlässlich gestalten, Rückzug erlauben und Kontakt behutsam ermöglichen.

Ausprobieren

Wähle ein vertrautes Spiel als Brücke zur neuen Betreuungsperson. Beobachte den nächsten selbst gewählten Kontakt.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 284. Quellenhinweis

12 / 72 · Kleinkindalter

Gefühle werden vielfältiger

Welche Gefühle braucht es genauer zu verstehen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Mit wachsendem Selbstverständnis werden auch komplexere Gefühle erlebbar und unterscheidbar.

Aus dem Alltag

Ein Kind ist stolz auf sein Bauwerk und später enttäuscht, als es umfällt.

Passend begleiten

Gefühle benennen, ohne eine passende Reaktion vorzuschreiben. Beschämende Vergleiche vermeiden.

Ausprobieren

Sammle mit dem Kind Wörter, Bilder oder Gesten für zwei unterschiedliche Gefühle des Tages.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285. Quellenhinweis

13 / 72 · Kleinkindalter

Beruhigung gemeinsam lernen

Was hilft vor dem nächsten schwierigen Übergang?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Emotionsregulation entwickelt sich mit Unterstützung. Erwachsene bleiben wichtige Mitregulierende.

Aus dem Alltag

Ein Kind möchte weiterspielen und gerät beim Aufbruch in grosse Wut.

Passend begleiten

Ruhig bleiben, das Gefühl anerkennen und die notwendige Grenze klar halten. Erst nach der Beruhigung Lösungen besprechen.

Ausprobieren

Erprobe ein einfaches Übergangsritual und eine vertraute Beruhigungshilfe. Besprich später, was geholfen hat.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285. Quellenhinweis

14 / 72 · Kindergartenalter

Eine andere Sicht entdecken

Was könnte die andere Person gerade brauchen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Perspektivenübernahme wächst durch Begegnungen und angeleitete Gespräche.

Aus dem Alltag

Zwei Kinder streiten, weil beide denselben Spielplatz nutzen möchten.

Passend begleiten

Beide Sichtweisen hörbar machen. Nicht erwarten, dass ein Kind die andere Sicht sofort selbst erschliesst.

Ausprobieren

Lass jedes Kind zeigen oder erzählen, was es wollte. Suche anschliessend eine gemeinsame Spielidee.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 284. Quellenhinweis

15 / 72 · Kindergartenalter

Ein Bild von mir entwickeln

Was gehört zu mir und was wurde mir zugeschrieben?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Ein Selbstbild entsteht aus eigenen Erfahrungen und Rückmeldungen. Rollenerwartungen dürfen hinterfragt werden.

Aus dem Alltag

Ein Kind sagt: Das ist nichts für mich, das dürfen nur andere spielen.

Passend begleiten

Vielfältige Interessen ermöglichen und Fähigkeiten an konkreten Handlungen spiegeln. Keine starren Geschlechterrollen verlangen.

Ausprobieren

Lass das Kind drei Dinge auswählen, die es gerne tut. Frage nach einer Sache, die es neu versuchen möchte.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285; eigene inklusive Übertragung. Quellenhinweis

16 / 72 · Kindergartenalter

Regeln bekommen Bedeutung

Wozu brauchen wir diese Abmachung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Werte und Regeln werden allmählich zu einer eigenen Orientierung im Zusammenleben.

Aus dem Alltag

Ein Kind hält eine Abmachung ein, wenn ein anderes Kind Unterstützung braucht.

Passend begleiten

Regeln verständlich begründen, vorleben und gemeinsam überprüfen. Gehorsam allein ist kein Verständnis.

Ausprobieren

Wählt eine Klassenregel und spielt eine Alltagsszene dazu. Besprecht, wem diese Regel hilft.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285. Quellenhinweis

17 / 72 · Kindergartenalter

Gefühle ausdrücken und Grenzen achten

Wie kann das Gefühl sichtbar werden, ohne jemanden zu verletzen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Gefühle dürfen sichtbar sein. Der Ausdruck kann so gestaltet werden, dass andere geschützt bleiben.

Aus dem Alltag

Ein Kind ist wütend und schlägt nach einem anderen Kind.

Passend begleiten

Schlagen stoppen und Sicherheit herstellen. Danach andere Ausdruckswege anbieten, ohne das Gefühl zu verbieten.

Ausprobieren

Übt einen kurzen Satz oder ein vereinbartes Zeichen: Ich bin wütend. Ich brauche Abstand.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285; eigene pädagogische Einordnung. Quellenhinweis

18 / 72 · Kindergartenalter

Im Spiel Vorstellungen entwickeln

Welche neue Bedeutung kann der Gegenstand bekommen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Symbole und innere Vorstellungen erweitern das Denken über unmittelbar Sichtbares hinaus.

Aus dem Alltag

Ein Bauklotz wird im Spiel zum Telefon.

Passend begleiten

Freies Rollenspiel, Erzählen und Darstellen ermöglichen. Lösungen nicht vorschnell vorgeben.

Ausprobieren

Wählt einen Alltagsgegenstand und findet gemeinsam drei mögliche Rollen im Spiel.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 285. Quellenhinweis

19 / 72 · Schulalter

Den Körper im Lernen nutzen

Welche Anpassung erleichtert die Aufgabe?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Körperbeherrschung, Gleichgewicht und Handkoordination unterstützen viele schulische Tätigkeiten.

Aus dem Alltag

Schreiben oder Schneiden braucht deutlich mehr Kraft und Zeit als erwartet.

Passend begleiten

Werkzeuge, Pausen und Anforderungen passend gestalten. Schwierigkeiten nicht als fehlenden Willen deuten.

Ausprobieren

Erprobt eine kleine Veränderung am Arbeitsplatz oder Werkzeug und vergleicht die Anstrengung.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 286. Quellenhinweis

20 / 72 · Schulalter

Dazugehören und mitgestalten

Wie wird Beteiligung für dieses Kind konkret möglich?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Zugehörigkeit verbindet Teilnahme am Gruppenleben mit Raum für eigene Anliegen.

Aus dem Alltag

Ein Kind bleibt bei der Gruppenwahl regelmässig ohne Anschluss.

Passend begleiten

Zugang aktiv sichern und Beteiligung strukturieren. Ausgrenzung erfordert das Handeln der Erwachsenen.

Ausprobieren

Plant einen Gruppenauftrag mit verteilten, zugänglichen Rollen und klärt, wer Unterstützung anbietet.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 286. Quellenhinweis

21 / 72 · Schulalter

Freundschaften gestalten

Was wäre für beide eine faire Vereinbarung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Freundschaften bieten Erfahrungen mit Gegenseitigkeit, Unterschiedlichkeit und Aushandlung.

Aus dem Alltag

Zwei Kinder möchten miteinander spielen, haben aber verschiedene Spielideen.

Passend begleiten

Gespräch und faire Absprachen begleiten. Freundschaft weder erzwingen noch als Belohnung einsetzen.

Ausprobieren

Jedes Kind nennt einen Wunsch. Vereinbart einen gemeinsamen Versuch und danach eine kurze Rückmeldung.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 287. Quellenhinweis

22 / 72 · Schulalter

An Aufgaben dranbleiben

Welcher nächste Abschnitt ist gut zu schaffen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Aufmerksamkeit, Ausdauer und Selbstständigkeit werden in bewältigbaren Anforderungen weiterentwickelt.

Aus dem Alltag

Ein Kind bricht eine lange Aufgabe bereits nach dem ersten Fehler ab.

Passend begleiten

Aufgaben portionieren, Hilfe zugänglich machen und Strategie statt bloss Ergebnis würdigen.

Ausprobieren

Legt ein kleines Arbeitsziel und einen sichtbaren Zwischenstopp fest. Prüft danach die passende Unterstützung.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 287. Quellenhinweis

23 / 72 · Schulalter

Zusammenhänge handelnd verstehen

Was hat sich verändert und was ist gleich geblieben?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Ordnen, Vergleichen und das Erkennen von Zusammenhängen entwickeln sich durch konkrete Erfahrungen.

Aus dem Alltag

Ein Kind vergleicht zwei unterschiedlich geformte Behälter und vermutet verschiedene Mengen.

Passend begleiten

Material zum Ausprobieren bereitstellen und Denkwege erfragen. Keine Diagnose aus einem Einzelversuch ableiten.

Ausprobieren

Lasst eine Vermutung formulieren, praktisch prüfen und anschliessend beschreiben.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 287. Quellenhinweis

24 / 72 · Schulalter

Gerechtigkeit begründen

Wann ist unterschiedliche Unterstützung gerecht?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Moralisches Urteilen wächst über äussere Vorgaben hinaus. Kinder prüfen Regeln und Folgen für andere.

Aus dem Alltag

Eine Klasse diskutiert, ob jede Person dieselbe Hilfe bekommen soll.

Passend begleiten

Verschiedene Bedürfnisse sichtbar machen und Begründungen austauschen. Gleich und gerecht gemeinsam unterscheiden.

Ausprobieren

Besprecht eine erfundene Alltagsszene mit ungleichen Voraussetzungen. Sammelt faire Lösungsvorschläge.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 287. Quellenhinweis

25 / 72 · Schulalter

Lesen, Schreiben und Rechnen erschliessen

Wofür kann das Kind diese Fähigkeit im Alltag nutzen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Kulturtechniken und Allgemeinbildung eröffnen Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe.

Aus dem Alltag

Ein Kind möchte eine Anleitung lesen und die benötigten Materialien abzählen.

Passend begleiten

Sinnvolle Alltagssituationen nutzen und passende Lernhilfen anbieten. Lernstand und Zugangsbedingungen gemeinsam betrachten.

Ausprobieren

Wählt eine echte kleine Aufgabe, etwa ein Rezept. Markiert, welche Informationen und Rechenschritte gebraucht werden.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 288. Quellenhinweis

26 / 72 · Jugendalter

Mit Körperveränderungen umgehen

Was hilft, dem eigenen Körper respektvoll zu begegnen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Der sich verändernde Körper wird Teil des eigenen Selbstbildes. Vergleiche können zusätzlich belasten.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person meidet wegen ihres Aussehens das gemeinsame Foto.

Passend begleiten

Respektvoll zuhören, Privatsphäre achten und wertende Kommentare über Körper vermeiden.

Ausprobieren

Sammelt Tätigkeiten, bei denen der Körper als hilfreich erlebt wird. Die Person entscheidet, was sie teilen möchte.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 289. Quellenhinweis

27 / 72 · Jugendalter

Nähe und eigene Grenzen verstehen

Wie kann ich Nähe wollen und zugleich Nein sagen dürfen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Sexuelle Identität und intime Beziehungen berühren Selbstverständnis, Verantwortung und Grenzen.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person ist unsicher, wie sie einen unerwünschten Annäherungsversuch ansprechen soll.

Passend begleiten

Freiwilligkeit, Einvernehmlichkeit und Schutz klären. Keine persönlichen Offenlegungen oder ein Coming-out verlangen.

Ausprobieren

Übt mit erfundenen Situationen einen klaren Grenzsatz und einen Weg zu vertraulicher Unterstützung.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 289; eigene Schutzperspektive. Quellenhinweis

28 / 72 · Jugendalter

Den eigenen Weg jenseits von Rollen finden

Welche Erwartung möchte ich selbst überprüfen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Gesellschaftliche Rollenerwartungen können widersprüchlich sein. Eine eigene Position darf entstehen.

Aus dem Alltag

Ein Berufswunsch wird mit einem Geschlechterklischee abgewertet.

Passend begleiten

Interessen, Erfahrungen und Fähigkeiten ernst nehmen. Unterschiedliche Lebensentwürfe respektieren.

Ausprobieren

Sammelt Erwartungen aus dem Umfeld und markiert, welche zur eigenen Person passen oder geprüft werden sollen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 289; eigene inklusive Übertragung. Quellenhinweis

29 / 72 · Jugendalter

Zugehörigkeit selbst gestalten

Wo kann ich dazugehören und trotzdem Nein sagen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Gleichaltrige eröffnen Austausch, Erprobung und Unterstützung. Zugehörigkeit darf keine Selbstaufgabe verlangen.

Aus dem Alltag

Eine Gruppe erwartet, dass alle bei einer riskanten Aktion mitmachen.

Passend begleiten

Gruppendruck besprechbar machen und sichere Beziehungen stärken. Schutzverantwortung nicht an die Gruppe abgeben.

Ausprobieren

Erprobt anhand einer erfundenen Szene einen Ausstiegssatz und eine unterstützende Reaktion der anderen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 290. Quellenhinweis

30 / 72 · Jugendalter

Freizeit eigenständig gestalten

Womit verbringe ich meine Zeit bewusst?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Freie Zeit bietet Erholung, Ausdruck und neue Erfahrungen. Entscheidungen brauchen zunehmend eigene Verantwortung.

Aus dem Alltag

Schule, Hobby und Onlinezeit geraten regelmässig in Konkurrenz.

Passend begleiten

Interessen ernst nehmen und einen realistischen Überblick ermöglichen, statt Freizeit nur zu kontrollieren.

Ausprobieren

Zeichne eine typische Woche. Wähle eine kleine Veränderung zugunsten von Erholung oder einem wichtigen Interesse.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 290. Quellenhinweis

31 / 72 · Jugendalter

Konsum passend entscheiden

Was brauche ich wirklich und was kann ich verantworten?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Geld, Medien und Konsumangebote verlangen Entscheidungen zwischen Bedürfnissen, Ressourcen und Risiken.

Aus dem Alltag

Ein gewünschtes Produkt übersteigt das verfügbare Budget.

Passend begleiten

Werbung und Folgekosten gemeinsam prüfen. Risiken ansprechen, ohne die Person abzuwerten.

Ausprobieren

Vergleiche bei einem erfundenen Kauf Wunsch, Budget, Folgekosten und eine Alternative.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 290. Quellenhinweis

32 / 72 · Jugendalter

Mit Autorität respektvoll umgehen

Wie kann ich mein Anliegen klar und respektvoll vertreten?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eigenständigkeit und Verantwortung entstehen auch im Umgang mit Machtunterschieden.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person erlebt eine Anweisung als unfair und reagiert laut.

Passend begleiten

Anliegen anhören, Zuständigkeiten erklären und Beschwerdewege zeigen. Machtmissbrauch muss nicht akzeptiert werden.

Ausprobieren

Übt einen sachlichen Widerspruch: Was ist passiert, was ist mein Anliegen, welche Klärung wünsche ich?

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 290. Quellenhinweis

33 / 72 · Jugendalter

Eine eigene Identität entwickeln

Was erkenne ich an mir und was darf noch offenbleiben?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eigene Ressourcen, Zugehörigkeiten und Erfahrungen verbinden sich zu einem veränderbaren Selbstverständnis.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person sagt: Ich weiss noch gar nicht, wer ich bin.

Passend begleiten

Erkundung ermöglichen und Widersprüche aushalten. Die Person nicht auf eine Rolle oder Schwierigkeit reduzieren.

Ausprobieren

Gestalte eine freiwillige Stärken- und Interessenkarte mit Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 291. Quellenhinweis

34 / 72 · Jugendalter

Eigene Werte prüfen

Welcher Wert soll mein Handeln hier leiten?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Ein eigenes Wertesystem unterstützt Orientierung und verantwortliche Entscheidungen.

Aus dem Alltag

Loyalität zur Gruppe kollidiert mit dem Wunsch, eine Ausgrenzung zu stoppen.

Passend begleiten

Wertegründe besprechen und Handlungsfolgen abwägen. Keine vorgegebene persönliche Überzeugung erzwingen.

Ausprobieren

Bearbeitet eine erfundene Entscheidung mit zwei wichtigen Werten. Sucht einen vertretbaren nächsten Schritt.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 291. Quellenhinweis

35 / 72 · Jugendalter

Eigenständiger werden und verbunden bleiben

Welche Verantwortung kann jetzt übergehen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Emotionale Ablösung verändert Beziehungen zu den Eltern. Verbundenheit und Autonomie können nebeneinander bestehen.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person möchte eine Entscheidung selbst treffen, braucht aber weiterhin Unterstützung.

Passend begleiten

Verantwortung schrittweise übertragen und verlässliche Erreichbarkeit vereinbaren. Ablösung nicht mit Kontaktabbruch gleichsetzen.

Ausprobieren

Klärt eine konkrete Entscheidung: Was entscheidet die Person selbst, wo wünscht sie Beratung und welche Grenzen gelten?

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 291. Quellenhinweis

36 / 72 · Jugendalter

Schulische Anforderungen sortieren

Was ist jetzt wichtig und welche Hilfe macht es machbar?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Leistung, Zugehörigkeit und eigene Interessen können sich gegenseitig unter Druck setzen.

Aus dem Alltag

Prüfungen häufen sich und der Einstieg in die Vorbereitung gelingt nicht.

Passend begleiten

Anforderungen priorisieren, verfügbare Zeit prüfen und Unterstützung früh klären. Überforderung nicht als Charakterfehler behandeln.

Ausprobieren

Wähle die nächste Prüfung und plane einen kleinen, überprüfbaren Lernschritt mit einem Zeitpunkt.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 292. Quellenhinweis

37 / 72 · Jugendalter

Berufswahl als nächsten Schritt gestalten

Welche Erfahrung fehlt mir für den nächsten Entscheid?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Die erste Ausbildung ist eine bedeutsame Entscheidung. Berufliche Entwicklung bleibt darüber hinaus offen.

Aus dem Alltag

Eine Schülerin interessiert sich für mehrere Berufe und fürchtet eine endgültige Fehlentscheidung.

Passend begleiten

Erkundungen, Schnuppererfahrungen und Anforderungen zusammenbringen. Keine Lehrstellenzusage versprechen.

Ausprobieren

Vergleiche zwei Möglichkeiten anhand eigener Erfahrungen und vereinbare eine nächste konkrete Abklärung.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 292. Quellenhinweis

38 / 72 · Frühes Erwachsenenalter

Den eigenen Alltag tragen

Welche Verantwortung trage ich schon und wo brauche ich Unterstützung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Ein eigener Haushalt verlangt Organisation und Verantwortung. Wohnformen und finanzielle Möglichkeiten unterscheiden sich.

Aus dem Alltag

Eine junge Person plant ihren ersten Auszug.

Passend begleiten

Budget, Alltagspflichten und Unterstützung realistisch klären. Selbstständigkeit nicht nur am Auszugsdatum messen.

Ausprobieren

Erstelle für eine Woche einen Plan für Ausgaben, Termine, Haushalt und erreichbare Hilfe.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 293. Quellenhinweis

39 / 72 · Frühes Erwachsenenalter

Beziehungen bewusst gestalten

Welche Form von Nähe passt zu meinem Leben?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Partnerschaft berührt Nähe, Verbindlichkeit und eigene Lebensvorstellungen. Auch ein Leben ohne Partnerschaft ist legitim.

Aus dem Alltag

Zwei Personen wünschen sich unterschiedlich viel gemeinsame Zeit.

Passend begleiten

Wünsche, Grenzen und Erwartungen besprechen. Keine bestimmte Beziehungsform zum Pflichtziel machen.

Ausprobieren

Klärt bei einer erfundenen Paarsituation, was jede Person braucht und welche Vereinbarung überprüfbar wäre.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 293. Quellenhinweis

40 / 72 · Frühes Erwachsenenalter

Familienentscheidungen und Arbeit abstimmen

Welche Vereinbarung ist fair und im Alltag tragfähig?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Elternschaft ist eine mögliche, keine verpflichtende Lebensentscheidung. Sorgearbeit braucht tragfähige Absprachen.

Aus dem Alltag

Ein Paar überlegt, wie sich Erwerbsarbeit und Betreuung verteilen lassen.

Passend begleiten

Wünsche, Ressourcen, Belastungen und konkrete Aufgaben offen klären. Unterschiedliche Familienformen mitdenken.

Ausprobieren

Erstellt eine Wochenübersicht aller sichtbaren und unsichtbaren Aufgaben und verteilt Verantwortung nachvollziehbar.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 294. Quellenhinweis

41 / 72 · Frühes Erwachsenenalter

Soziale Verantwortung übernehmen

Wo kann mein Beitrag für andere hilfreich sein?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Gesellschaftliche Teilhabe verbindet eigene Rechte mit Verantwortung für das Zusammenleben.

Aus dem Alltag

Eine junge Person möchte sich im Quartier einbringen, kennt aber keinen Zugang.

Passend begleiten

Zugängliche Beteiligungsmöglichkeiten zeigen. Rechte und Pflichten im jeweiligen Kontext verständlich klären.

Ausprobieren

Wähle ein Anliegen im eigenen Umfeld und prüfe einen realistischen Weg, sich freiwillig zu beteiligen.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 294. Quellenhinweis

42 / 72 · Frühes Erwachsenenalter

Existenz sichern und weiterlernen

Welche Fähigkeit hilft mir beim nächsten Übergang?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Berufseinstieg und Weiterbildung verbinden Lebensunterhalt mit sich wandelnden Anforderungen.

Aus dem Alltag

Nach der Ausbildung verändert sich eine zentrale Aufgabe im Betrieb.

Passend begleiten

Lerngelegenheiten, finanzielle Lage und Unterstützungsangebote gemeinsam prüfen. Arbeitsmarkthürden nicht individualisieren.

Ausprobieren

Benenn eine nächste berufliche Anforderung und plane eine konkrete Lern- oder Beratungsaktivität.

Grundlage: Cassée, Anhang 1, S. 294. Quellenhinweis

43 / 72 · Mittleres Erwachsenenalter

Rollen und Kräfte neu sortieren

Was braucht in meiner Lebensphase eine neue Gewichtung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Beruf, Beziehungen und Verantwortung können sich verändern. Eigene Prioritäten dürfen neu verhandelt werden.

Aus dem Alltag

Mehrere Verpflichtungen lassen kaum noch Zeit für Erholung.

Passend begleiten

Belastungen und verfügbare Ressourcen sichtbar machen. Erwartungen nicht automatisch übernehmen.

Ausprobieren

Notiere drei aktuelle Rollen und eine Aufgabe, die geklärt, geteilt oder abgegeben werden könnte.

Grundlage: PraxisWerkStatt-Erweiterung; Rahmen: Baltes 1987, Hutteman et al. 2014. Quellenhinweis

44 / 72 · Mittleres Erwachsenenalter

Erfahrung weitergeben

Was kann ich beitragen, ohne zu bestimmen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eigene Erfahrungen können für andere wertvoll werden, ohne deren Weg festzulegen.

Aus dem Alltag

Eine erfahrene Person begleitet jemanden beim Berufseinstieg.

Passend begleiten

Nach dem gewünschten Rat fragen und Eigenständigkeit respektieren.

Ausprobieren

Wähle eine Erfahrung und formuliere sie als Angebot statt als Vorschrift. Frage nach dem Nutzen für die andere Person.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Ausarbeitung; lebensspannenbezogener Rahmen. Quellenhinweis

45 / 72 · Mittleres Erwachsenenalter

Veränderungen im Beruf gestalten

Was möchte ich über eine mögliche Veränderung erfahren?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Berufliche Wege können neue Lernschritte, Grenzen oder Umorientierung verlangen.

Aus dem Alltag

Eine bisher passende Tätigkeit erfüllt die Person nicht mehr.

Passend begleiten

Interessen und Rahmenbedingungen zusammen betrachten. Veränderung muss kein vollständiger Neustart sein.

Ausprobieren

Prüfe eine kleine Erkundung: Gespräch, Hospitation oder Weiterbildung. Halte fest, welche Information sie bringen soll.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Ausarbeitung; lebensspannenbezogener Rahmen. Quellenhinweis

46 / 72 · Mittleres Erwachsenenalter

Sorge und Selbstfürsorge verbinden

Wer trägt mit und was darf ich begrenzen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Für andere da zu sein braucht auch Grenzen, Erholung und geteilte Verantwortung.

Aus dem Alltag

Eine Person unterstützt gleichzeitig Kinder und ältere Angehörige.

Passend begleiten

Hilfen und Zuständigkeiten konkret klären. Selbstfürsorge nicht auf eine weitere Pflicht reduzieren.

Ausprobieren

Liste die wiederkehrenden Aufgaben und vereinbare für eine davon eine verlässliche Entlastung.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Ausarbeitung; lebensspannenbezogener Rahmen. Quellenhinweis

47 / 72 · Späteres Erwachsenenalter

Übergänge bewusst gestalten

Was gibt meinem Alltag jetzt Bedeutung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Neue Lebensphasen verändern gewohnte Tagesabläufe und Rollen. Bedeutsame Tätigkeiten dürfen neu gefunden werden.

Aus dem Alltag

Nach dem Ende der Erwerbsarbeit fehlt die vertraute Wochenstruktur.

Passend begleiten

Eigene Wünsche erkunden und kleine Erprobungen ermöglichen. Aktivität nicht zum Wertmassstab machen.

Ausprobieren

Plane eine Woche mit einer gewünschten Begegnung, einer sinnvollen Tätigkeit und ausreichend freiem Raum.

Grundlage: PraxisWerkStatt-Erweiterung; Rahmen: Hutteman et al. 2014. Quellenhinweis

48 / 72 · Späteres Erwachsenenalter

Selbstbestimmung mit Unterstützung leben

Welche Hilfe erhält meine Entscheidungsmöglichkeiten?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Hilfe und eigene Entscheidungen schliessen sich nicht aus. Fähigkeiten und Umgebung müssen zusammenpassen.

Aus dem Alltag

Eine Alltagstätigkeit wird anstrengender, die Person möchte weiterhin mitentscheiden.

Passend begleiten

Nach den eigenen Prioritäten fragen und passende praktische Hilfen prüfen.

Ausprobieren

Wähle eine Alltagssituation. Kläre, was die Person selbst tun möchte und wo Unterstützung willkommen ist.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Ausarbeitung; lebensspannenbezogener Rahmen. Quellenhinweis

49 / 72 · Späteres Erwachsenenalter

Verbindungen pflegen und erneuern

Mit wem möchte ich verbunden bleiben oder neu in Kontakt kommen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Soziale Beziehungen können sich verändern. Gewünschte Nähe und neue Kontakte verdienen Aufmerksamkeit.

Aus dem Alltag

Ein vertrauter Kontakt fällt weg und die Woche wird stiller.

Passend begleiten

Vorhandene Beziehungen und zugängliche Begegnungsorte gemeinsam erkunden. Rückzug nicht vorschnell bewerten.

Ausprobieren

Wähle einen gewünschten Kontakt und einen kleinen erreichbaren Schritt zur Begegnung.

Grundlage: PraxisWerkStatt-Erweiterung; Rahmen: Hutteman et al. 2014. Quellenhinweis

50 / 72 · Späteres Erwachsenenalter

Mit Verlust und Wandel umgehen

Was gibt mir Halt, ohne den Verlust kleinzureden?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Abschiede und veränderte Möglichkeiten können Trauer auslösen. Eigene Wege des Umgangs brauchen Raum.

Aus dem Alltag

Eine Person vermisst eine vertraute Rolle oder einen nahen Menschen.

Passend begleiten

Zuhören und Bedürfnisse erfragen, statt vorschnell Zuversicht zu verlangen. Bei anhaltender Belastung passende Hilfe vermitteln.

Ausprobieren

Halte freiwillig fest, was bleiben darf: Erinnerung, Beziehung, Ritual oder ein wichtiger Wert.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Ausarbeitung; lebensspannenbezogener Rahmen. Quellenhinweis

51 / 72 · Elternaufgaben

Ein Baby feinfühlig versorgen

Was braucht das Baby und was brauchen die Versorgenden?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eltern lernen, Grundbedürfnisse und individuelle Signale ihres Babys zu verstehen und zu beantworten.

Aus dem Alltag

Der Tagesablauf verändert sich durch Schlaf, Pflege und häufige Unterbrechungen.

Passend begleiten

Pflege, Ernährung, Nähe, Trost, Spiel und Ruhe passend abstimmen. Verlässliche Entlastung organisieren.

Ausprobieren

Besprecht eine wiederkehrende Situation: Welche Signale zeigt das Baby und welche Unterstützung brauchen die Erwachsenen?

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 295-296. Quellenhinweis

52 / 72 · Elternaufgaben

Eine sichere und anregende Umgebung schaffen

Was kann das Kind hier sicher selbst entdecken?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Wohnraum und Alltag sollen Schutz, Bewegung, Entdeckung und eigenständige Versuche ermöglichen.

Aus dem Alltag

Ein Kind erreicht neue Bereiche der Wohnung.

Passend begleiten

Umgebung wiederholt an die Fähigkeiten anpassen. Sicherheit und Erkundung gemeinsam denken.

Ausprobieren

Geht einen typischen Tagesweg aus Kinderperspektive durch und verändert eine konkrete Hürde.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 295-297. Quellenhinweis

53 / 72 · Elternaufgaben

Alltag und Zuständigkeiten neu verteilen

Welche Aufgabe ist noch niemandem klar zugeordnet?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Mit Kindern verändern sich Abläufe und Verantwortung. Absprachen müssen praktisch funktionieren.

Aus dem Alltag

Beide Erwachsenen erwarten, dass die andere Person an einen Betreuungstermin denkt.

Passend begleiten

Sichtbare und unsichtbare Aufgaben benennen und Zuständigkeiten verbindlich klären. Alleinerziehende und weitere Bezugspersonen mitdenken.

Ausprobieren

Notiert für eine Woche alle nötigen Aufgaben. Klärt jeweils Verantwortung, Vertretung und Zeitpunkt.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-298. Quellenhinweis

54 / 72 · Elternaufgaben

Familienarbeit und Existenz abstimmen

Welche Aufteilung trägt den tatsächlichen Alltag?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Erwerbsarbeit, Betreuung und finanzielle Grundlagen beeinflussen sich gegenseitig.

Aus dem Alltag

Eine Veränderung der Arbeitszeit macht die bisherige Betreuung schwierig.

Passend begleiten

Budget, Arbeitsmöglichkeiten und Betreuungsressourcen zusammen prüfen. Keine ideale Rollenverteilung voraussetzen.

Ausprobieren

Vergleicht zwei realistische Wochenmodelle mit Aufwand, Kosten und Erholungszeit.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-298. Quellenhinweis

55 / 72 · Elternaufgaben

Beziehung und Belastung besprechen

Was hilft uns, wieder miteinander statt gegeneinander zu planen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Elternschaft kann gemeinsame Zeit und Abstimmung verändern. Beziehungspflege braucht passende Formen.

Aus dem Alltag

Gespräche drehen sich fast nur noch um Termine und unerledigte Aufgaben.

Passend begleiten

Belastungen ohne Schuldzuweisung benennen und konkrete Gesprächszeiten ermöglichen. Bei Bedarf fachliche Unterstützung nutzen.

Ausprobieren

Vereinbart einen kurzen Austausch: Was belastet, was gelingt und welche eine Entlastung ist möglich?

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-299. Quellenhinweis

56 / 72 · Elternaufgaben

Eigene Bedürfnisse ernst nehmen

Was brauche ich, um verlässlich für andere da sein zu können?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eltern bleiben Menschen mit eigenen Interessen, Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Aus dem Alltag

Eine Bezugsperson verschiebt die eigene Erholung dauerhaft auf später.

Passend begleiten

Bedürfnisse konkret benennen und gemeinsam Freiräume sichern. Verantwortung nicht allein der belasteten Person zuschieben.

Ausprobieren

Wähle ein eigenes Bedürfnis und vereinbare eine realistische Unterstützung dafür.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-299. Quellenhinweis

57 / 72 · Elternaufgaben

Ein tragfähiges Netz pflegen

Wo ist Unterstützung vorhanden und wo fehlt sie?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Verwandtschaft, Nachbarschaft und Freundschaften können Verbindung und Entlastung ermöglichen.

Aus dem Alltag

Eine Familie braucht bei einer kurzfristigen Änderung Unterstützung.

Passend begleiten

Verlässliche Kontakte pflegen und Grenzen von Hilfe klären. Ein vorhandenes Netz nicht einfach voraussetzen.

Ausprobieren

Zeichne ein kleines Netz: Wer hört zu, wer hilft praktisch und welche professionelle Stelle wäre erreichbar?

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-299. Quellenhinweis

58 / 72 · Elternaufgaben

Den Alltag kindgerecht weiterentwickeln

Wo passt unser Alltag noch nicht zu den neuen Fähigkeiten?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Mit wachsender Selbstständigkeit verändern sich Bedürfnisse, Kommunikation und Freizeitgestaltung.

Aus dem Alltag

Ein Kind möchte zunehmend mitentscheiden, der Alltag ist noch ganz auf Versorgung ausgerichtet.

Passend begleiten

Anregung, Bewegung, Ernährung, Schlaf und Erholung alters- und situationsgerecht abstimmen.

Ausprobieren

Wählt einen Tagesabschnitt und plant eine kleine echte Mitentscheidung des Kindes.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 296-297. Quellenhinweis

59 / 72 · Elternaufgaben

Fördern, fordern und Grenzen halten

Was ist der nächste passende Lernschritt?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Lerngelegenheiten sollen Herausforderung, Sicherheit und Unterstützung verbinden.

Aus dem Alltag

Ein Kind möchte etwas selbst tun, gerät aber rasch in einen Konflikt.

Passend begleiten

Einen bewältigbaren Teil überlassen, Grenzen verständlich erklären und Konflikte begleiten.

Ausprobieren

Wähle eine Alltagstätigkeit. Kläre: Was kann das Kind selbst, welche Hilfe bleibt bereit und welche Grenze schützt?

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 297. Quellenhinweis

60 / 72 · Elternaufgaben

Betreuung und Erziehung abstimmen

Welche Abmachung schafft für das Kind Verlässlichkeit?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Familie und Betreuungseinrichtungen brauchen verständliche Absprachen zu Zuständigkeiten und Begleitung.

Aus dem Alltag

Krippe, Hort oder Kindergarten erleben einen Übergang anders als die Eltern.

Passend begleiten

Beobachtungen vergleichen und eine konkrete Vereinbarung erproben. Unterschiedliche Sichtweisen respektvoll klären.

Ausprobieren

Formuliert eine gemeinsame Frage an die Betreuung und vereinbart einen kurzen Rückblick nach einer Erprobung.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 297. Quellenhinweis

61 / 72 · Elternaufgaben

Schulkinder sicher und selbstständiger begleiten

Was kann ich zutrauen und welche Sicherheit braucht es noch?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Mit der Schule wachsen Autonomie und neue Anforderungen. Unterstützung bleibt gleichzeitig wichtig.

Aus dem Alltag

Ein Kind möchte den Arbeitsweg oder eine Aufgabe zunehmend allein bewältigen.

Passend begleiten

Fähigkeiten und tatsächliche Bedingungen prüfen. Verantwortung schrittweise und mit erreichbarer Hilfe übertragen.

Ausprobieren

Vereinbart einen überschaubaren Versuch und ein Signal, mit dem das Kind Unterstützung holen kann.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 297-298. Quellenhinweis

62 / 72 · Elternaufgaben

Ein lernfreundliches Umfeld gestalten

Welche Bedingung erleichtert das Lernen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Schulkinder brauchen Raum für Arbeit, Spiel, Kontakte und übernehmbare Verantwortung.

Aus dem Alltag

Hausaufgaben konkurrieren mit Lärm, Freizeit und fehlendem Material.

Passend begleiten

Arbeitsbedingungen und Tagesablauf gemeinsam gestalten. Konzentrationsprobleme nicht allein dem Kind zuschreiben.

Ausprobieren

Erprobt eine konkrete Veränderung bei Platz, Material oder Arbeitszeit und besprecht die Wirkung.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 297. Quellenhinweis

63 / 72 · Elternaufgaben

Mit der Schule zusammenarbeiten

Woran würden beide Seiten eine Verbesserung erkennen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Abstimmung hilft, Anforderungen, Unterstützung und Erziehungsfragen nachvollziehbar zu klären.

Aus dem Alltag

Eltern und Schule bewerten eine schwierige Situation unterschiedlich.

Passend begleiten

Konkrete Beobachtungen austauschen und gemeinsame Ziele vereinbaren. Rollen und Zuständigkeiten benennen.

Ausprobieren

Bereite ein Gespräch mit einem Beispiel, einer Frage und einem gewünschten nächsten Schritt vor.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 298. Quellenhinweis

64 / 72 · Elternaufgaben

Ermutigen ohne die Aufgabe zu übernehmen

Welche Unterstützung stärkt die eigene Handlungsmöglichkeit?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Begleitung kann bei Schule, Freundschaften und Freizeit Orientierung geben, ohne Eigenaktivität zu ersetzen.

Aus dem Alltag

Ein Kind erlebt einen Misserfolg und möchte sofort aufgeben.

Passend begleiten

Zuhören, bereits hilfreiche Strategien benennen und passende Hilfe anbieten. Nicht alle Schwierigkeiten selbst lösen.

Ausprobieren

Frage: Soll ich zuhören, mitdenken oder etwas zeigen? Vereinbart danach einen Schritt, den das Kind übernimmt.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 298. Quellenhinweis

65 / 72 · Elternaufgaben

Zusammenhalt bei mehr Aussenorientierung halten

Wie bleiben wir verbunden und geben zugleich Raum?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Wachsende Eigenständigkeit verändert Familienzeit und Absprachen. Verbundenheit braucht flexible Formen.

Aus dem Alltag

Freundschaften und Freizeitangebote nehmen mehr Raum ein.

Passend begleiten

Kontaktmöglichkeiten pflegen und Alltagsrollen anpassen. Gemeinsame Zeit nicht gegen Selbstständigkeit ausspielen.

Ausprobieren

Wählt ein kleines verbindendes Ritual und überprüft eine bisherige Alltagsaufgabe.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 298. Quellenhinweis

66 / 72 · Elternaufgaben

Jugendliche bedarfsgerecht unterstützen

Welche Unterstützung ist willkommen und wirklich nötig?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Autonomie, Zuwendung und Hilfe müssen neu abgestimmt werden, etwa bei Schule, Körperentwicklung und Berufswahl.

Aus dem Alltag

Eine jugendliche Person lehnt ungefragten Rat ab, ist aber mit einer Aufgabe überfordert.

Passend begleiten

Nach gewünschter Hilfe fragen und ein konkretes Angebot machen. Grenzen und Schutzverantwortung klar halten.

Ausprobieren

Klärt eine aktuelle Herausforderung: Was übernimmt die Person selbst und welche Hilfe wird vereinbart?

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 299. Quellenhinweis

67 / 72 · Elternaufgaben

Kontrolle schrittweise zurücknehmen

Welche Kontrolle kann durch Vertrauen und Absprachen ersetzt werden?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eltern begleiten Ablösung, emotionale Distanzierung und den möglichen Auszug. Erreichbarkeit kann bleiben.

Aus dem Alltag

Ein Jugendlicher möchte Termine eigenständig organisieren.

Passend begleiten

Verantwortung konkret übertragen, Rückmeldungen vereinbaren und Privatheit achten. Kein abruptes Fallenlassen.

Ausprobieren

Vereinbart einen Verantwortungsbereich mit klaren Ausnahmen für Notfälle und einem gemeinsamen Rückblick.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 299. Quellenhinweis

68 / 72 · Elternaufgaben

Die eigene Elternrolle weiterentwickeln

Was darf in meinem eigenen Leben neu entstehen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Mit selbstständiger werdenden Kindern verändert sich auch das Leben der Eltern. Eigene Beziehungen und Interessen bleiben bedeutsam.

Aus dem Alltag

Eine Bezugsperson erlebt mehr Freiraum zugleich als Entlastung und Verlust.

Passend begleiten

Ambivalente Gefühle zulassen und eigene Perspektiven pflegen. Das Kind nicht für die Erfüllung elterlicher Bedürfnisse verantwortlich machen.

Ausprobieren

Notiere eine Aufgabe, die weniger wird, und einen eigenen Lebensbereich, dem du wieder Raum geben möchtest.

Grundlage: Cassée, Anhang 2, S. 299. Quellenhinweis

69 / 72 · Praxis und Einordnung

Entwicklung ist kein Wettlauf

Was weiss ich wirklich und was vermute ich nur?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Altersabschnitte bieten Orientierung. Fähigkeiten können sich unterschiedlich und unter verschiedenen Bedingungen entwickeln.

Aus dem Alltag

Zwei gleichaltrige Kinder zeigen verschiedene Stärken und Unterstützungsbedarfe.

Passend begleiten

Die konkrete Situation, Lerngelegenheiten und Ressourcen betrachten. Ein Raster ersetzt keine individuelle Abklärung.

Ausprobieren

Beschreibe zuerst eine beobachtbare Handlung und erst danach eine vorsichtige Deutung.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Einordnung; Baltes 1987. Quellenhinweis

70 / 72 · Praxis und Einordnung

Frühere Themen dürfen wiederkommen

Was wäre heute eine hilfreiche neue Erfahrung?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Frühere Erfahrungen können bei neuen Anforderungen bedeutsam werden. Daraus folgt kein unveränderbares Schicksal.

Aus dem Alltag

Ein Übergang aktiviert erneut Unsicherheit im Umgang mit Trennung oder Verantwortung.

Passend begleiten

Aktuelle Unterstützung und neue Erfahrungen ermöglichen. Keine Ursache aus der Biografie behaupten, die nicht geklärt ist.

Ausprobieren

Frage, was in einer ähnlichen Situation schon einmal geholfen hat, und erprobe eine aktuelle Hilfe.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Einordnung; Baltes 1987. Quellenhinweis

71 / 72 · Praxis und Einordnung

Ein kleiner Schritt statt ein Gesamturteil

Woran erkennen wir einen kleinen Fortschritt?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Eine Entwicklungsaufgabe wird bearbeitbar, wenn sie in eine konkrete Alltagshandlung übersetzt wird.

Aus dem Alltag

Aus dem allgemeinen Wunsch nach mehr Selbstständigkeit entsteht ein eigener Termin im Wochenplan.

Passend begleiten

Gemeinsam einen erreichbaren Schritt, passende Hilfe und einen Rückblick vereinbaren.

Ausprobieren

Formuliere: In welcher Situation mache ich was, mit welcher Unterstützung und bis wann prüfen wir es?

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Arbeitsweise; keine Originalmethode von Cassée. Quellenhinweis

72 / 72 · Praxis und Einordnung

Aufgabe und Lebensbedingungen zusammen sehen

Was muss die Person lernen und was muss das Umfeld ermöglichen?

Praxisbeispiel & Arbeitsimpuls

Darum geht es

Was eine Person bewältigen kann, hängt auch von Anforderungen, Beziehungen und zugänglichen Ressourcen ab.

Aus dem Alltag

Eine Ausbildungssuche stockt trotz Motivation, weil passende Zugänge und Unterstützung fehlen.

Passend begleiten

Hürden im Umfeld ebenso prüfen wie individuelle Fähigkeiten. Verantwortung nicht einseitig zuschreiben.

Ausprobieren

Notiere je eine Fähigkeit, eine Barriere und eine veränderbare Unterstützungsbedingung.

Grundlage: Eigene PraxisWerkStatt-Einordnung; Baltes 1987, Quenzel 2026. Quellenhinweis

Grundlagen & Quellen

Kitty Cassée: Kompetenzorientierung: Eine Methodik für die Kinder- und Jugendhilfe. Ein Praxisbuch mit Grundlagen, Instrumenten und Anwendungen. Haupt. Direkt vorgelegter Buchauszug: Anhang 1, S. 282–294; Anhang 2, S. 295–299. Die Fotos enthalten keine Titel-/Impressumsseite; konkrete Auflage und Erscheinungsjahr des Exemplars bleiben noch zu ergänzen. Diese Seitenangaben werden ausdrücklich nicht der Ausgabe 2024 zugeschrieben. Der bibliografische Abgleich bestätigt den Titel und Aufbau.

Die Aufgaben der Kinder bis zum frühen Erwachsenenalter sind in den Karten 01–42 neu formuliert. Die Elternaufgaben werden in den Karten 51–68 gebündelt; ihre Zuordnung zu den Familienphasen ist im Praxisheft dokumentiert. Die Aufteilung von 1–6 Jahren in Kleinkind- und Kindergartenalter ist eine redaktionelle Orientierung; Entwicklungsthemen überlappen.

Ergänzender Rahmen: Baltes (1987), Lebensspannenentwicklung; Hutteman et al. (2014), öffentlich zugänglicher Abstract zu Erwachsenenalter und Alter; Quenzel (2026), Hohe Erwartungen – grosse Unsicherheit. Von Hutteman et al. und Quenzel wurden die öffentlichen Artikelseiten/Abstracts, nicht die vollständigen Artikel genutzt. Die Karten 43–50 sind eigene Praxisimpulse zu späteren Lebensphasen; sie sind kein Originalkatalog dieser Autor:innen.

Texte, Beispiele, Fragen, Übungen und Arbeitsblätter habe ich für die PraxisWerkStatt neu ausgearbeitet. Wiederkehrende, KI-gestützt erstellte Lebensphasenmotive erleichtern die Orientierung. Die Buchfotos werden nicht öffentlich angeboten. Das Material unterstützt Reflexion und pädagogische Begleitung und ersetzt keine individuelle Entwicklungsabklärung. Stand: 4. November 2026.

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